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Kinderlachen und Kindertränen liegen oft dicht beieinander. Was können Eltern tun, wenn auf der Kinderseele plötzlich dunkle Wolken wandern?

Magen-Darm-Erkrankungen, Kopfläuse und Erkältungskrankheiten machen sich gerne in Kindertagesstätten und Schulen breit. Doch was ist, wenn das eigene Kind plötzlich wirklich krank ist? Wenn es sich hierbei nicht um eine Grippe handelt, die man nach einer Woche Bettruhe und warmen Tee trinken überstanden hat. Was ist, wenn aus dem fröhlichen Kinderlachen plötzlich Kindertränen werden, sich das eigene Kind immer mehr zurückzieht?

Die Seelen unserer Kinder

Wer selbst Kinder hat, der kennt es vielleicht aus eigener Erfahrung: Stress in der Schule, Mobbing bereits im Kindergarten, Gängeleien auf der Straße und auf dem Spielplatz. Auf den Seelen unserer Kinder lasten oftmals schon große Felsbrocken, bevor wir sie ins wahre Leben entlassen können. Vieles, was die Kinder belastet, erkennen wir als Eltern erst spät. 

Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts in Berlin weisen bereits 20% der unter 18jährigen psychische Auffälligkeiten auf. Bei 10% der Untersuchten handelt es sich bereits um deutlich erkennbare Störungen – eine erschreckende Zahl.

Diese seelischen Erkrankungen zählen zu den häufigsten Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen. Bis zum Jahre 2020 wird diese Zahl der psychischen und psychosomatischen Erkrankungen im Kindesalter laut Aussagen von Experten noch weiter ansteigen.

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

Bereits im Grundschulalter sind bis zu 2% der Kinder von Depressionen betroffen. Bei den Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren sprechen wir sogar schon 3-10% (Quelle: Deutsche Depressionshilfe). Was passiert mit diesen zarten Seelen, wenn man diese Erkrankung nicht behandelt?

Depressive Verstimmungen bis hin zu schweren Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Leider werden Depressionen in diesem Alter oft nicht gleich erkannt. Man spricht schnell von Pubertät oder gar gereiztem und aufsässigem Verhalten. Dies macht es Lehrern, Ärzten und auch Eltern oft schwer, eine Depression hinter diesem Verhalten zu erkennen.

Viele Familien und auch betroffene Jugendliche scheuen aus Angst vor Abgrenzung den Rat und die Hilfe von Ärzten und Therapeuten. Oftmals wird die Betreuung und Beratung erst dann angenommen, wenn aus einer anfänglich leichten Depression bereits eine schwere Depression entstanden ist.

Mit offenen Augen durchs (Kinder-)leben

Die Symptome sind je nach Alter ganz unterschiedlich. Im Kleinkindalter (1-3 Jahre) können vermehrtes Weinen, erhöhte Reizbarkeit, gestörtes Essverhalten und Schlaflosigkeit bereits Anzeichen für eine beginnende Depression sein. Viele erkrankte Kinder sind extrem anhänglich und können schlecht alleine sein. Andere sind teilnahmslos, nuckeln exzessiv am Daumen oder Schnuller, entwickeln nur schwer die Lust am Spielen.

Vorschulkinder (3-6 Jahre) sind meist antriebslos und zeigen ein introvertiertes Verhalten. Ihnen fehlt die Freude an motorischen Aktivitäten, sie zeigen innere Unruhe, sind oft gereizt oder haben sogar ein aggressives Verhalten. Sie leiden vermehrt an Schlaf- oder Essstörungen. Die Kinder haben teilweise einen traurigen Gesichtsausdruck und eine verminderte Gestik und Mimik.

Bei Schulkindern (6-12 Jahre) zeigen sich Symptome wie Schulleistungsstörungen, Zukunftsangst und Ängstlichkeit im Allgemeinen. Sie leiden an Appetitlosigkeit und Schlafstörungen. Häufig berichten Kinder in diesem Alter über Traurigkeit und haben sogar bereits Suizidgedanken. Dies zeugt u.a. von unangemessenen Schuldgefühlen und unangebrachter Selbstkritik. Sie leiden an Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisstörungen.

Im Pubertätsalter und bei Jugendlichen (12-17 Jahre) kommt es zu Stimmungsanfälligkeiten, vermindertem Selbstvertrauen und Selbstzweifeln. Sie kämpfen häufig damit, den sozialen und emotionalen Anforderungen des Alltags nicht gewachsen zu sein. Ihre schulischen Leistungen nehmen ab, sie ziehen sich zurück. Auch psychosomatische Störungen wie Kopfschmerzen können auftreten. Gewichtsverlust und Schlafstörungen gehören ebenfalls zu den häufig genannten Symptomen. Und leider geben viele der betroffenen Jugendlichen auch Suizidgedanken an.

Diagnose und Hilfe – so früh wie möglich

Erfahrene (Kinder- und Jugend-) Ärzte oder Psychotherapeuten sollten bei ersten Anzeichen und Symptomen von Depressionen dringend zu Rate gezogen werden. Je früher desto besser sollten Eltern Warnsignale vom Kind erstnehmen. Um eine möglichst sichere Diagnose stellen zu können, ist es hilfreich, auch die Lehrer und Erzieher mit ins Boot zu holen. Auch weitere Bezugspersonen, die mit dem Kind häufig Kontakt haben, können hilfreiche Beurteilungen abgeben.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe in Leipzig kann eine erste Anlaufstelle für betroffene Eltern sein. Sie hält ein breites Spektrum an Informationen bereit und berät über eine Info-Hotline.

 

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